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Einträge vom: 02.03.2019

Die Vandalen

Die Vandalen waren ein interessanter germanischer Stamm und vermutlich ursprünglich Nachbarn der Goten. 406 überqueren sie den Rhein und dringen in das Gebiet des römischen Reiches ein. Schon 409 sind sie in Spanien und werden nach verschiedenen Schlachten von den Westgoten nach Andalusien abgedrängt.

429 setzt König Geiserich, der Speerfürst, mit dem gesamten Volk der Vandalen und Teilen der Alanen mit 80.000 Menschen über die Straße von Gibraltar nach Nordafrika über, zehn Jahre später erorbert er Karthago. Auch wichtige Mittelmeer-Inseln wie Sardinien, Korsika, Teile von Sizilien und die Balearen bringen die Vandalen unter ihre Kontrolle. Das Vandalenreich besteht bis 533. In diesem Jahr besiegt Feldherr Belisar im Auftrag von Kaisaer Justinian die Vandalen und zehn Jahre später gibt es keinen Stamm der Vandalen mehr.

Zu einem Schimpfwort wurden die Vandalen erst im Zuge der französischen Revolution am Ende des 18. Jahrhundert. Einen Anlass gab es dafür 1.300 Jahre später sicher nicht. Vandalen waren nicht mehr oder weniger gewaltbereit zu ihrer Zeit als andere Stämme und das römische Reich. Der Zug nach Nordafrika und die Eroberung der reichen römischen Provinz gegen römische Truppen ist eine organisatorische und logistische Meisterleistung. Für die Errichtung eines dauerhaften Reiches war die Bevölkerung zu klein und durch die fehlenden Anreize zur Integration der römischen Bevölkerung in Nordafrika auf Dauer zu schwach.

Mit einigen Unsicherheiten sind König Geiserich und sein Sohn Hunerich Vorfahren von Sigibert von Austrasien und damit auch von Pippin dem Älteren und den Karolingern. Die Verbindung entstehgt über die Nachkommen aus Hunerichs Ehe mit der 455 in Rom "geraubten" Prinzessin Eudoxia Valentina von Rom. eudoxia ist die Tochter von Kaiser Flavius Placidius Valentinian III. und Kaiserin Licinia Eudoxia von Byzanz.

Das Buch "Das Königreich der Vandalen" von Konrad Vössing gibt einen kompakten Überblick über die Geschichte der Vandalen.

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Jürgen Kaack 02.03.2019, 12.14| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Ahnenforschung