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Einträge vom: 04.12.2018

Die Westgoten (Visigothen und Terwinger) während der Völkerwanderung

Der folgende Text stammt von meiner Homepage zur Familienforschung und ist unter diesem Link zu finden.

Die Westgoten waren ein germanischer Stamm und werden nach ihrem mutmaßlich frühesten Siedlungsgebiet nördlich der Donau Terwinger (aufgrund ihres Siedlungsgebietes an der Donau im Sinne von die „Waldleute“) oder Visigothen (selbsternannt als die „Edlen oder Guten“). Nördlich von ihrem Stammesgebiet lebten an der Ostsee die Rugier und wohl auch die Heruler, südlich von  ihnen war das Gebiet der Vandalen. In die frühe Geschichte der Westgoten fließen mündliche Überlieferungen und Mythen ein, vermutlich aber auch eine Reihe von Erfindungen der Geschichtsschreiber aus dem 6. Jahrhundert.

Nach diesen Überlieferungen sollen die Goten aus Skandinavien von einer Insel Scandza kommen und von ihrem Führer König Berik (geboren um das Jahr 65) an die baltische Küste gezogen sein. Fünf Generationen (im Stammbaum finde ich nur drei) später haben sie sich nach diesen Überlieferungen unter dem legendären Fürsten oder König Filimer (geboren um das Jahr 145 und gestorben um 195) auf den Weg nach Süden bis ans Schwarze Meer begeben, nachdem die Größe des Volkes stark gestiegen war. Diese Wanderung war wohl eine recht langsam, aber früh im 3. Jahrhundert konnten die Goten an der Nordküste des Schwarzen Meeres im Gebiet der heutigen Ukraine nachgewiesen werden. In dieser Zeit erlitt das römische Reich durch innenpolitische Instabilität eine Reichskrise. Im Jahr 238 überfielen die Goten zusammen mit einem anderen Stamm die römische Siedlung Histria südlich der Donaumündung. Die Siedlung wurde geplündert und vor dem Abzug zu Tributzahlungen verpflichtet.

Als Kaiser Philippus Arabs nach zehn Jahren keine Tribute mehr zahlte, fielen die Goten im Jahr 250 unter ihrem Anführer Kniva (ich habe in meinem Stambaum einen König Knivida gefunden, der um 180 geboren wurde. Ob es sich um denselben handelt, kann nicht festgestellt werden.) in die römischen Provinzen Dakien, Mösien, Thrakien und Illyrien ein, die alle an der Nordküste des Schwarzen Meeres liegen. Der auf Philippus folgende Kaiser Decius wurde in einer Reihe von Schlachten besiegt und fiel schließlich in der Schlacht von Abrittus im Jahr 251. Danach einigte man sich zunächst wieder auf die Zahlung von Tributen, aber schon 252 besiegte der damalige Statthalter und spätere Kaiser Aemilianus das Heer von Kniva und stellte im Folgejahr die Tributzahlungen erneut ein. Ein erneuter Einfall in Thrakien und Mösien konnte abgewehrt werden, aber 254 drangen die Goten bis Thessaloniki vor. Die Römer hatten die Zeit genutzt, um die in Phase des Pax Romana unbefestigten Städte zu befestigen.

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Jürgen Kaack 04.12.2018, 18.13| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Ahnenforschung