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Einträge vom: 05.11.2018

Photochrom-Bilder von Westerland 1897

Für mich persönlich die schönsten Abbildungen aus der Zeit von vor 120 Jahren sind die Photchrom-Drucke, die damals schon teurer waren als kolorierte Fotos und heute etwas schwerer zu beschaffen sind.

Die Photochrom-Drucke von 1897 zeigen die Munkmarscher Mühle, den Strand von Westerland, u.a. ein Blick von Norden her (etwas auf der Höhe der heutigen Brandenburger Straße) das Herrenbad, das damals strikt von dem in Süden liegenden Damenbad getrennt war. Auf einem anderen Photochrom-Druck ist das Damenbad zu sehen. Bei dem Bild könnte man meinen, dass das Bad in der Nordsee gerade nicht so attraktiv war. Vielleicht war das Wasser zu kalt, oder die angeregte Unterhaltung spannender?

Die Vielzahl der Umkleidekabinen entlang der Wandelbahn deutet aber darauf hin, dass auch das Bad in der See durchaus gerne genutzt wurde. Eine Perspektive des unteren Dünenbilds ist von Süden, vielleicht auf der Höhe der Käptn-Christiansen-Straße in Richtung des heutigen Zentrums von Westerland gerichtet. Es ist baulich am Ende des 19. Jahrhunderts alles noch deutlich freier und attraktiver bebaut.

Als letztes Bild ist der Strand von Wyk auf Föhr aus der gleichen Zeit zu sehen, der Unterschied zum Westerländer Strand ist offensichtlich und auch das Landschaftsbild wirkt ohne Dünenkette erkennbar anders.

Durch die aufwändige Drucktechnik wirkt das Foto ungeheuer plastisch. Die von Photochrom Zürich entwickelte Technik erlaubte farbige Abbildungen von den damals nur schwarz-weiss erstellten Fotografien. Im Gegensatz zum Lichtdruck erfolgte die Erstellung der Druckplatten nicht mit einer Gelatine-Schicht auf einer Glasplatte sondern mit "syrischem" Asphalt, einer lichtempfindlichen Bitumen-Substanz auf einem Lithostein. Für die verschiedenen Farben waren einzelne Druckplatten und mehrere Druckvorgänge erforderlich. Mit dem Lichtdruck gemeinsam ist die rasterlose Abbildung. 

Durch Anklicken des folgenden Fotos gelangt man auf eine Slideshow mit insgesamt 10 Photochrom-Drucken.


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Jürgen Kaack 05.11.2018, 14.47| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Sylt-Impressionen

Anna Struve: Schwester oder Tochter?

Anna Struve ist meine direkte Vorfahrin in 13. Generation, sie wurde um 1580 in Sommerland im Kreis Steinburg zwischen Elmshorn und Glückstadt geboren und hat den um 1586 in Grevenkop geborenen Lütke Frauen geheiratet. So weit ist es recht eindeutig. Nach einigen Quellen war Anna eine Tochter von Marx Struve. Nach einigen neueren Erkenntnissen kam Marx Struve aber erst um 1596 zur Welt, was zu einer biologisch kaum lösbaren Situation führt.

Plausibel wird es erst dann, wenn der bislang für ihren Großvater gehaltene Marquart Struve tatsächlich ihr Vater ist. Altersmäßig ist das auch noch stimmig, da Marquart um 1540 in Sommerland geboren wurde. Demnach wäre Marx ihr Bruder. Bei den frühen Vorfahren sind Quellen nicht immer so eindeutig, wie man es sich wünscht. Für den Stammbaum ergibt sich kaum ein Unterschied, da Marquart Struve der früheste bekannte Vertreter dieses Familienzweiges war. Die Nachkommen von Anna und Lütke Frauen waren recht fruchtbar mit teilweise sehr vielen Kindern. Nicht in allen Fällen gibt es Informationen und ich habe noch nicht alle Daten ausgewertet. Aber ich komme immerhin noch auf 719 identifizierte Nachkommen. Wie viele es tatsächlich sind, lässt sich nicht abschätzen.

Der aktuelle Stand der Stammbaumbearbeitung kann durch Anklicken des Screenshots in der Browser-Version eingesehen werden. Da mittlerweile über 15.000 Personen erfasst sind, kann der Überblick leicht verloren gehen.

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Jürgen Kaack 05.11.2018, 14.36| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Ahnenforschung