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Die keltischen Königreiche Domnonia, Icenia und Trinovantes

Wenn man die Vorfahren von Hausmeier Pipin II., dem „Mittleren“, folgt, kommt man über den Herzog Ansegisel von Brabant (610 bis 16.12.679) und seinen Vater, Bischof Arnulf von Metz (13.08.582 bis 18.07.640) zu dessen Großvater Gondolfus Mummolin von Therouanne (535 bis 567). Gondolfus Großvater, König Lambert II. von Therouanne, hat die 462 geborene Gancia von Cornouaille geheiratet. 

  

(Die Zeichnungen von Uther Pendragon und Gwned ferch Cunedag stammen von Wikipedia: Von Howard Pyle - Scanned from The Story of King Arthur and His Knights by Howard Pyle, Charles Scribners, 1903., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4381264und Howard Pyle - http://www.oldbookart.com/…/howard-pyle-king-arthur-and-hi…/
Public Domain,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18494753
)

Als Gancias Eltern werden Igraine von Tintagel und Bois und König Uther Pendragon von Domnonia genannt. Der Namenszusatz „Pendragon“ bedeutet vermutlich oberster Anführer und in der Sage ist Uther der Vater von König Artus. Ob Uther tatsächlich existiert hat, ist offen. Die Figur in der Artus-Sage könnte auch der Heerführer Ambrosius Aurelianus gewesen sein. Uthers Großvater war Lancelot aus der Bretagne, König der Briten, der um 500 geboren sein müsste. Igraines mutmaßlicher Vater war Amlawdd Wledig, ein Mitglied des Herrscherhauses von Domnonia. Igraines Mutter Gwned ferch Cunedag (geboren um 427) diente wohl als Vorlage für die Sagengestalt der „Viviane von Avalon“, der Herrin vom See. Der Sage nach ist sie die Mutter von König Artus. Unter ihren Vorfahren finden sich eine Reihe von Herrschern aus dem Reich von Icenia, das nördlich von Cornwall lag.



Hier findet sich mit König Prasutagus, der mutmaßlich in der Zeit vom 31.10.10 bis 17.07.61 als Druiden-König der Icenianer lebte. Prasutagus könnte einer der elf Könige sein, die sich im Jahr 43 nach der römischen Invasion Kaiser Claudius unterwarfen. Laut Wikipedia könnte er aber auch nach der Niederwerfung einer Rebellion der Icener gegen den römischen Statthalter inthronisiert worden sein. Nach seinem Tod verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Kelten und Römern und die Repressalien führten zu einem von seiner Witwe Boudicca Victoria von Icenia angeführten Aufstand. Mit 50.000 Kriegern zog sie gegen die Römer und brannte die Städte Colchester und London nieder. Gegen die kampferprobten und disziplinierten römischen Truppen hatte das keltische Heer trotz zahlenmäßiger Überlegenheit keine Chance. In einer offenen Schlacht bei Verulamium schlugen zwei römische Legionen die Kelten vernichtend. Boudicca starb im Jahr 62 entweder durch eine Krankheit oder bei einem Selbstmord durch Gift. Sie hinterließ zwei Töchter. Die gesamte Datenlage ist mit Vorsicht zu nehmen, die Verlässlichkeit schätze ich nicht zu hoch ein.

Der Name Domnonia bezieht sich auf den keltischen Volksstamm der Domnonier, der bereits vor der Eroberung Britanniens durch die Römer im Südwesten Englands siedelte. Das Gebiet die Grafschaft Devon, und Teile von Somerset und Dorset. Im Osten grenzt das Gebiet an Wessex. Das Reich von Domnonia entstand gegen Ende des 4. Jahrhunderts und bestand bis ins 9. Jahrhundert. Constantin von Domnonia brachte im 6. Jahrhundert Cornwall unter seine Kontrolle und gliederte es als Unterkönigtum seinem Reich an. Die Hauptstadt Domnonias dürfte die Stadt Exeter gewesen sein. 

In Domnonia wurde ein keltischer Dialekt gesprochen, der auch altwalisisch als „Dyfneint“ bezeichnet wurde. Während der römischen Besetzung stand auch Domnonia unter römischer Verwaltung. Mit dem Niedergang der römischen Machtposition konnte sich das Reich von Domnonia im 4. Jahrhundert bilden und war ab 410 unabhängig. Seit Anfang des 7. Jahrhunderts verschärften sich Auseinandersetzungen mit dem westsächsischen Reich Wessex. In der Folge verlor Domnonia 658 die Kontrolle über Somerset. Im 9. Jahrhundert ging das Reich von Domnonia ganz im Königreich Wessex auf. Die kriegerischen Auseinandersetzungen lösten eine Flüchtlingsbewegung in Richtung Bretagne aus. Dort finden sich die Orte Domnonée und Cornouaille, die auf diese Immigration hinweisen. In Wessex waren die keltischen Einwohner noch bis ins 10. Jahrhundert gleichberechtigt mit den Sachsen. König Æthelstan von Wessex beendet dies und legte die Westgrenze am Fluss Tamar fest. 

Die Icener waren ein keltischer Volksstamm, der im Südosten von Britannien siedelte in einem Bereich nördlich des Stammesgebietes der Trinovanten im heutigen Essex und Suffolk. Im ersten Jahrhundert vor Christus waren die Trinovanten einer der mächtigen Stämme in Britannien. Bei dem Boudicca-Aufstand kämpften die Trinovanten gemeinsam mit den Icenern. Boudiccas Großvater war der König Mandubracius von Trinovantes, der etwa 65 vor Christus geboren wurde. Mandubracius floh nach der Ermordung seines Vaters durch Cassivellanus nach Gallien in den Schutz Caesars. Cassivellanus führte die Verteidigung gegen die Römer an, wurde aber von Trinovanten verraten und besiegt. Anschließend wurde Mandubracius als König der Trinovanten anerkannt. Auch Mandubracius findet sich unter der Liste meiner mutmaßlichen direkten vorfahren.

Im Gebiet des früheren Domnonia finden sich viel Siedlungen aus der römischen Zeit, u.a. Wallburgen wie Cadbury Castle und Tintagel, die später als Herrschaftssitze ausgebaut wurden.

Nachfolgend eine Grafik mit den Vorfahren von Großkönig Uther Pendragon.


Jürgen Kaack 28.11.2018, 23.52

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