Ausgewählter Beitrag

Die Grafen von Stade

Die Grafschaft Stade umfasste Gebiete an beiden Seiten des Ufers der unteren Elbe im Raum Harsefeld und Stade. Über lange Zeit war die Grafschaft im Besitz der Udonen, die mit den Liudolfingern und Billungern verwandtschaftlich verbunden waren. Der früheste Graf von Stade ist Abbo, der um 810 geboren wurde. Über die Herkunft von Abbo von Stade konnten keine Informationen ermittelt werden, aber die Zeit liegt bereits deutlich weiter in der Vergangenheit, als für andere Familienzweige Angaben gefunden werden konnten. Durch eheliche Verbindungen haben die Grafen im Laufe der folgenden Jahrzehnte zusätzliche Güter im östlichen Teil von Sachsen erwerben können.

Abbos Enkel Lothar I. (29.11.874 bis 05.09.929) war mit Swanhilde aus dem Rheinland verheiratet. Im Jahr 1044 wurde Wilhelm, Sohn von Bernhard II. von Haldensleben, Markgraf der Nordmark. Er nahm 1056 an der Schlacht von Pritzlawa teil, in der das sächsische Heer von den Liutizen vernichtend geschlagen wurde. In der Schlacht kam auch Wilhelm von Haldensleben zu Tode. Als neuer Graf wurde Lothar Udo I., ein Sohn von Siegfried II. von Stade, von Kaiser Heinrich III. mit der Grafschaft beliehen.

Sein Nachfolger Lothar Udo II. stellte sich gegen das verwandte Haus der Billunger und den Erzbischof Adalbert von Bremen. 1063 erwirkte der Erzbischof eine Übertragung der Grafschaft auf das Erzbistum, so das Udo II. sein Lehnsträger wurde. Mit den Billungern gab es kriegerische Auseinandersetzungen, aber nachdem Heinrich IV. 1065 volljährig wurde, erwirkte man gemeinsam den Sturz von Adalbert und erhielt die verlorenen Rechte und Gebiete zurück. 1068 erhielt Udo II. die Mark Zeitz hinzu und beteiligte sich an einem erneuten Kriegszug von Heinrich IV. gegen die slawischen Liutizen, der 1069 erfolglos beendet wurde.

Abbo ist ein direkter Vorfahre und meine Linie geht über die Grafen von Stade und Walbeck, beginnend mit Lothar I. den Grafen Gottfried II. von Heinsberg (1107 bis 1170) und verbindet sich 1220 mit der Steenhuys-Linie. Abbo lebte 36 Generationen vor mir. Eine andere Linie führt über die Grafen von Cuijk-Arnsberg und die Grafen von Jülich. Die Stammtafel von Abbo von Stade ist sehr breit mit vielen Verbindungen in andere Häuser und Regionen. Auf jeden Fall ist es eine interessante Linie mit wechselvoller Geschichte, auf die ich vor einiger Zeit durch Zufall bei Verfolgung der Vorfahren aus der Heinsberger Linie gestoßen bin. Die Stammtafel findet sich in dem Online-Stammbaum unter diesem Link. Die folgende Grafik gibt einen Überblick über die nächsten Generationen.




Jürgen Kaack 25.11.2018, 17.49

Kommentare hinzufügen

Die Kommentare werden redaktionell verwaltet und erscheinen erst nach Freischalten durch den Bloginhaber.



Kein Kommentar zu diesem Beitrag vorhanden