Ausgewählter Beitrag

Die Geschichte von Godefried Haraldsson genannt „Klak-Harald“


Die folgende Lebensgeschichte meines Vorfahren König Godefried Haraldsson "Klak-Harald" findet sich auf meiner Homepage zur Familienforschung-Kaack unter der Rubrik Geschichte der Famiienzweige.

Nach dem gewaltsamen Tod von König Halvdan Haraldsson II. im Jahr 810 und seinem designierten Nachfolger und Neffen Hemming im Jahr 812 brach ein erbitterter Erbfolgestreit aus, in dem die beiden Konkurrenten Anulo und Sigfrid II. ums Leben kamen. In der Folge wurden die Brüder Ragnfried und Godefried Haraldsson "Klak-Harald" als gemeinsame Könige von Jütland inthronisiert. 813 erneuern beide den 811 mit König Karl dem Großen geschlossenen Friedensvertrag, mit dem die Eider als Grenze zwischen Dänemark und dem fränkischen Reich festgeschrieben wird. Darauf wurde ihr Bruder Hemming, der als Geisel am fränkischen Hof lebte, zu seinen Brüdern nach Hause entlassen.

814 kehren die Konkurenten um den Thron mit einem schwedisch-dänischen Heer aus der schwedischen Verbannung zurück und vertrieben die Brüder als Könige von Jütland. Bei den folgenden erbitterten Kämpfen sterben Haralds Bruder Ragnfried und Gottfried, einer der Angreifer. Klak-Harald flieht daraufhin mit einem Bruder Rörik ins Frankenreich und wird noch im selben Jahr Lehensmann von Kaiser Ludwig dem Frommen. 815 fiel Ludwig mit einem Heer aus Sachsen und Obodriten in Jütland ein und plündern das Land. Klak-Harald kann die Herrschaft über den südlichen Teil von Jütland und Haithabu zurückerringen, aber schon 817 wird er erneut vertrieben.



819 folgt eine weitere Invasion durch die Obodriten und bringt ein Abkommen, nach dem sich Klak-Harald die Herrschaft über Jütland mit den beiden Brüdern Olaf und Horik I. teilt. Vermutlich wurde Klak-Harald nur als Unterkönig in Jütland akzeptiert. Der Frieden währte nicht allzu lange und die folgenden Streitigkeiten versuchten Kaiser Ludwig der Fromme und Erzbischof Ebo von Reims zu nutzen, um die Christianisierung der Dänen voranzutreiben. Klak-Harald hatte erneut Zuflucht im Frankenreich genommen und Ebo von Reims ging 823 als kaiserlicher und päpstlicher Legat nach Dänemark. Dort bemühte sich um die Verhandlung eines neuen Abkommens. Widerwillig kam es 825 zu einer Vereinbarung, denn Horik I. traute Klak-Harald nicht und lehnte die Christianisierungs-Bemühungen ab. Der Status von Klak-Harald als Vasall der Franken hat die Situation zusätzlich erschwert. Für den fränkischen Herrscher war die Sicherung des friesischen Küstengebietes ein wichtiges Anliegen, da hier häufig Wikingerüberfälle Unruhe und Verwüstung brachten.

Auf der Reichs-Synode in der Kaiserpfalz in Ingelheim empfing Kaiser Ludwig Klak-Harald und seine 400-köpfiges Begleitung mit großem Protokoll. Am 24.06.826 ließ Harald sich mit seiner Frau, seinem Sohn und dem ganzen Gefolge in St. Alban bei Mainz taufen. Der Kaiser selbst wurde Haralds Taufpate und belieh ihn mit der Grafschaft Rüstringen in Friesland. Dafür sollte er die Küste von Wikingerüberfällen schützen. Klak-Harald war vermutlich der erste Däne, der mit einer Grafschaft beliehen wurde. Klak-Harald nannte sich von da an König von Rüstringen und Jütland, er wurde zudem Mitregent in Stormarn. Auf dem Heimweg nach Haithabu im Jahr 827 begleiteten Ansgar, der Vorsteher der Klosterschule von Corvey und spätere Erzbischof von Bremen sowie eine Gruppe voin Mönche Klak-Harald und sein Gefolge, um die Missionsarbeit in Dänemark aufzunehmen. Sein Widersacher Horik I. hat ihn aber noch im selben Jahr aus Dänemark vertrieben, wohin er auch nicht wieder zurückkehrte. Der Grenzkrieg dauert noch zwei Jahre an bis 829. Für die Franken hat sich das Manöver nicht ausgezahlt und die Christianisierung konnte auch nicht gefördert werden.

Klak-Harald blieb auf seinem friesischen Lehen und unternahm von hier Raubzüge. Auch sein Bruder Hemming musste Dänemark verlassen und erhielt Walcheren als Lehen. Bei einem Kampf mit dänischen Plünderern kam er 837 ums Leben. Die Plünderer griffen Dorestad an und konnten hier Tributzahlungen erpressen. Als Kaiser Ludwig im Jahr 840 starb unterstützte Klak-Harald dessen Sohn Lothar und erhielt im Gegenzug die Insel Walcheren als Lehen. Sein Bruder Rörik erhielt den Gau Kimmen in Friesland. Klak-Harald sollte für den Kaiser den Mosel-Übergang bei Koblenz schützen, aber er floh beim Nahen der feindlichen Truppen. In den Jahren von 829 bis 852 hatte er offensichtlich erheblichen Einfluss im Grenzgebiet zu Dänemark, eine Versuch zur Rückeroberung seiner Heimat hat er nicht mehr unternommen und auch für die fränkischen Herrscher hatten sich die Prioritäten verschoben, so dass Franken auf militärische Aktionen verzichtet hat. 852 starb Klak-Harald, vermutlich ermordet von fränkischen Adligen, die ihm einen möglichen Verrat unterstellten.

Jürgen Kaack 08.12.2018, 11.59

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