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Tag: Braunschweig

Neue Auflage zur Chronik "Heimat Sylt" bald verfügbar

Mit der Überarbeitung und den Korrekturen für die neue Auflage meiner Familien-Chronik "Heimat Sylt" bin ich inzwischen fertig. Eigentlich sollte das schon vor geraumer Zeit der Fall sein, aber ein paar neue und spannende Funde sollten auch noch berücksichtigt werden.

Gegenüber der 2. Auflage ist der Inhalt fast um das Doppelte angewachsen und das Buch wird trotz kleinerem Schriftgrad einen Umfang von 520 Seiten haben. Neben zahlreichen zusätzlichen Foto-Funden sind die Geschichten der Familien Wachsmuth und Niedhardt erheblich erweitert worden. Unter den Vorfahren der Familie Niedhardt sind aus Ulm, Alsfeld, Darmstadt und Augsburg stammende Pastoren und Philosophen, darunter eine Reihe von Münsterprediger aus Ulm enthalten. Die Vorgeschichte der Familie Wachsmuth konnte nach Göttingen und von dort nach Hadersleben zurückverfolgt werden.

Unter den Vorfahren der Familie Janssen finden sich mit Antonius Steinhaus und Johannes Wasmer interessante und historisch durchaus bedeutsame Persönlichkeiten, die im 16. Jahrhundert in Dithmarschen als Landschreiber gewirkt haben. Zu den Vorfahren von Antonius Steinhaus sind die Ritter von Steenhuis vom Niederrhein und Grafen von Jülich zu zählen, sowie Herrscher aus den Häusern der Karolinger und Merowinger. Auch sächsische und norwegische Häuptlinge aus der Zeit vor 600 können mit einer gewissen Sicherheit identifiziert werden.


Ich denke, es ist eine ziemlich umfassende Darstellung der Entwicklung einer Familie vom frühen Mittelalter bis heute geworden. Jetzt warte ich auf den zweiten Andruck und dann dürfte das Werk auch bald öffentlich verfügbar sein, vermutlich Anfang Mai. Da das Volumen recht umfangreich ist und verschiedene regionale Räume mit unterschiedlicher Entwicklung abdeckt, habe ich zusätzlich zum Gesamtwerk drei Teilversionen erstellt: 

  • "Anna Müller aus Braunschweig" beschäftigt sich mit dem Leben meiner Großmutter und der Geschichte ihrer Vorfahren aus Braunschweig und dem Harz Vorland bis zu den Pastorenfamilien in Hessen und Baden-Württemberg.
  • Für die "Chronik der Familien Kaack und Janssen" (erste Auflage) habe ich die Überarbeitung vor Kurzem abgeschlossen mit der Integration der Geschichten von Antonius Steinhaus, Johannes Wasmer und Alard von Schiltstein einschließlich ihrer adeligen Vorfahren. Die zweite Auflage dieses Werkes wird in Kürze verfügbar sein.
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Jürgen Kaack 14.04.2018, 09.38 | (0/0) Kommentare | TB | PL

2. Steinernes Kreuz für Bürgermeister Wasmer aus Bremen 1430

Das in der zeitlichen Reihenfolge zweite Zeitdokument der Vorfahren und 100 Jahre nach dem Kaufvertrag von Gottfried von Steenhuis ist das steinerne Wasmer-Kreuz in Bremen.

Die Familie Wasmer kam aus Bremen nach Meldorf und kann bis zu Johannes Wasmer zurückverfolgt werden, der 1365 geboren wurde, als Bürgermeister tätig war und vom Bremer Rat am 21.06.1430 unschuldig enthauptet wurde. Ihm wurde Hochverrat und Hintergehung des Bremer Rates vorgeworfen, nachdem er mit 1428 vom Rat beschlossenen Änderungen im Bremer Stadtrecht nicht einverstanden war und im Mai 1430 die Stadt verlassen hatte. Schon 1427 war Bremen aus der Hanse ausgeschlossen worden.

Der Rat ließ ihn im Juni 1430 auf einer Reise nach Oldenburg verhaften. Auf Betreiben seines Sohnes Hinrich (1410 bis 25.07.1462) ließ Kaiser Sigismund die Stadt in Acht nehmen. Als Sühne für die vermutlich ungerechtfertigte Hinrichtung musste Bremen für Johannes 1436 eine Steinsäule errichten und den Sohn entschädigen. An der früheren Richtstätte steht heute eine Replik des Kreuzes, das Original befiundet sich im Museum.

Hinrich zog nach der Wiedergutmachung mit seiner Frau Gerda Steiner wieder nach Bremen, wo er und auch seine Nachkommen weiterhin lebten. Johannes Ur-Urenkel Hinrich Wasmer (1512 bis 08.07.1592) war Ratsherr und Kanonikus in Bremen und starb in Verden. Hinrich war mit der in Itzehoe geborenen Armgard Steffens (1615 bis 22.10.1594) verheiratet und sein Sohn Johannes wurde 1555 in Hannover geboren; warum er dann nach Meldorf kam, ist nicht bekannt.

Das Foto stammt von Wikipedia: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:FockeMuseum-07-7.jpg#/media/File:FockeMuseum-07-7.jpg

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Jürgen Kaack 05.04.2018, 11.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

1. Erwerb des Lehens Wilacken durch Gottfried Steenhuis 1341

Das früheste aus dem Kreis der Vorfahren überlieferte Dokument ist ein im Jahr 1341 geschlossener Vertrag. Ritter Gottfried von Steenhuis (um 1300 bis 1366) war mit Amelberg von Wisschel verheiratet und hat laut dem im folgenden Regest wiedergegebenen Kaufvertrag vom 10.12.1341 unter der lateinischen Form seines Namens „Godefridus de Domo lapidea“ zusammen mit Henricus Sanctreil de Brabant Güter, Hof und Zehnt in Wilaken (einer damaligen Vorstadt von Wesel) erworben (aus der Digitalen Westfälischen Urkunden-Datenbank, zu finden unter dem Link).


Swederus de Ringenbergh d. A. verkauft dem Henricus Sanctreil de Brabant und Godefridus de Domo lapidea zur Teilung unter sich die Güter, Hof und Zehnt in Wilaken bei Wesele, die der Ritter Wicgerus de Moneminth von ihm zu Lehen trägt; den Zehnt in Blisteren, den Theodericus de Monte; die Güter jenseits der Lippebrücke bei Wesel, die Wolterus Stecke; die Güter bei Yshorst, die Budil van den Roene; den Hof zu Wallkoren, den Stephanus Wimman; den Zehnt von Lideren, den Wilhelmus de Bake zu Lehen hat; die Haensil genannten Güter, die Gerardus Ledersnider besitzt und von Wider de Nyenborgh zu Lehen trägt; alle Güter, die Godefridus de Domo lapidea, sein Verwandter, von ihm zu Lehen trägt; den Hof in Dingden gt. Caldehof, die Hühnerrente bei der Kirche daselbst, die Everwinus de Sevenar; die Güter, die Lubbertus de Senden; die Güter im Ksp. Bislich, die Thomas Riensghe; die Güter bei Trekedorp, die Henricus Ledechgang; die Güter to Dra, die Henricus de Dike und Johannes de Capella; die Güter, die Petrus de Berka, und die, die Theodericus de Bake von ihm zu Lehen trägt. Der Verkäufer entläßt die bisherigen Lehnsträger aus seinem Lehnseid. Er verspricht Einlager in Wesel oder Nimwegen. Er verpfändet seinen väterlichen Besitz und das, was er von seiner noch lebenden Mutter zu erwarten hat.


Siegelankündigung des Verkäufers und Stephanus Rovetasche, Lubbertus de Senden, Vasallen des Verkäufers; Wilhelmus de Brabant, Arnoldus Duvel, Vasallen des Grafen von Cleve; Johannes Grevinnenson, Theodericus de Galen, Schöffen zu Wesel. (feria secunda post festum sancti Nycholai episcopi)

 

Amelburg von Wisschel und Gottfried von Steenhuis bekommen zwei Söhne, Costen von Steenhuis (um 1335 bis 19.12.1427), auf den nach acht Generationen Antonius Steinhaus in Meldorf hervorgeht und Adolf von und zu Steenhuis (um 1315 bis 1355), der Beatrix von Wylich oder Wylack (um 1320 bis nach 1375), eine Tochter von Gertrude von Eissel (geboren um 1345) und Heinrich von Wylich (geboren um 1340), heiratet und sich anschließend von Wylich nennt. Offensichtlich handelt es sich um den in der Kaufurkunde genannten Ort Wilaken.


Zu dem sich als Nebenlinie entwickelnden Familienzweig "von Wylich und Lottum" finden sich ergänzende Informationen bei Wikipedia unter diesem Link.

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Jürgen Kaack 02.04.2018, 12.18 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Zeitzeugnisse von Vorfahren der Familie Kaack

Die Familienforschung in den letzten Jahren hat zahlreiche Erkenntnisse über Vorfahren und Zusammenhänge gebracht, die zum überraschend und in den meisten Fällen unerwartet waren. Aber was gibt es an Erkenntnisse über die reinen Lebensdaten hinaus, welche materiellen Zeugnisse sind geblieben? In den meisten Fällen ist es erschreckend wenig. Selbst Fotos haben den Wechsel der Generationen nicht immer vollständig überstanden. Dabei wurden Fotos erst nach 1860 überhaupt in etwas größerem Stil produziert und waren damals noch für die meisten Menschen fast unerschwinglich teuer. Vor der Fotografie ab es in sehr wenigen Fällen Porträts oder Skulpturen.

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Jürgen Kaack 01.04.2018, 12.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Thomas Funck, Sohn von Jacobus und ebenfalls Münsterprediger

45 Jahre nach dem Kupferstich von Jacobus Funccius ist das Bild seines Sohnes Thomas Funck entstanden. Er wurde am 22.02.1617 in Ulm geboren und studierte ab 1633 in Tübingen. Seine Magisterarbeit erstellte er 1636 in Straßburg und wurde anschließend in Langenau erst Diakon und später Pfarrer. Schon mit 28 Jahren wurde er 1645 Prediger am Ulmer Münster. 1678 wurde er am Ulmer Münster Almosenverwalter (Eleemosinarius) und ein Jahr später Eherichter (Consistorii Matrimonialis Assessor).


Thomas starb am 22.06.1690 mit 73 Jahren und hinterliess fünf Söhne und drei Töchter aus zwei Ehen. Die Leichpredigt wurde von Johann Conrad Mayer gehalten, seinem Nachfolger als Münsterprediger. Einer seiner Söhne ist Dr. Daniel Funck, der ebenfalls in tübingen studierte und Pfarrer wurde. Da er in der Dreifaltigkeitskirche predigte und nicht am Münster, gibt es wohl leider kein Porträt von ihm - zumindest habe ich keines finden können.


Das von Andreas Schuch gezeichnete und von Philipp Kilian gestochene Porträt ist zu finden bei der Porträtsammlung der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel unter diesem Link.

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Jürgen Kaack 28.01.2018, 13.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Jacobus Funccius - frühestes Porträt eines Vorfahren von 1615

Abbildungen von Vorfahren zu finden, ist schon aus den frühen Jahren der Fotographie im 19. Jahrhundert schwierig. Für die Zeit davor bleiben nur Gemälde oder Drucke, sofern sie denn überhaupt erstellt wurden und die Zeit überdauert haben.


Der früheste direkte Vorfahre, für den ich einen Druck gefunden habe, ist der am 16.06.1579 in Ulm geborene Jacobus Funccius. Als vermutlich frühester Vorfahre hat er 1600 ein Studium in Straßburg begonnen und wurde danach zunächst Diakon, dann Pfarrer. Mit 34 Jahren wurde er Diakon im Ulmer Spital und mit 41 Jahren wurde er Prediger am Ulmer Münster. Er starb am 07.02.1634.


Jacobus Funccius war der erste Studierte und der erste Prediger aus dem Familienzweig der Funck. Sein Vater war Barchent- und Leinweber, sein Großvater Landwirt.


In der Porträtsammlung der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel findet sich sein Porträt auf einem Stich von 1615 unter diesem Link.

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Jürgen Kaack 27.01.2018, 14.04 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Offene Enden im Stammbaum

Nicht in allen Fällen lässt sich auf Anhieb eine lückenlose Kette der Vorfahren erstellen. Manchmal sind detektivische Qualitäten erforderlich, um neue Ansätze zur Suche zu finden. Spekulationen sind zulässig, aber dann sollten Belege zur Verifikation der These gesucht werden. Lassen sich Lücken im Stammbaum nicht vollständig schließen, sollte gekennzeichnet werden, welche Informationen validiert werden können und welche auf Mutmaßungen basieren. Größere Ortswechsel können offene Stellen im Stammbaum bedingen, die in einzelnen Fällen nur durch Zufall geschlossen werden können.

 

 „Offene“ Enden lassen sich kaum vermeiden, da die Kirchenbuchschreibung teils erst spät begonnen wurde, Einträge fehlen oder fehlerhaft sind. Es kommt erschwerend hinzu, dass die notwendigen Originaldokumente und Kirchenbuch-Einträge manchmal nicht verfügbar sind, ganze Jahrgänge können durch Feuer oder Kriegshandlungen vernichtet worden sein. Manchmal gibt es dann keine validen Ansätze für weitere Forschungen. Auch in dem Stammbaum, der dem vorliegenden Buch zugrundeliegt, gibt es solche Lücken. Die „offenen“ Enden muss man entweder akzeptieren oder die Suche ausweiten, mit viel höherem Aufwand und bei immer noch offenen Ausgang. Manchmal helfen Zufallsfunde, die neue Verbindungen aufzeigen. Auch bei den vorliegenden Ergebnissen der Familienforschung haben Zufallsfunde geholfen.


Die nachfolgenden Beispiele zeigen, dass es Fälle gibt, in denen eine systematische Suche kaum erfolgversprechend ist. Noch schwieriger als die Beschaffung der Lebensdaten gestaltet sich die Suche nach Beschreibungen von Lebensumstünden, Nennungen in Dorf- oder Schul-Chroniken. Aber auch hier sind Grenzen erreicht. Einige dieser „offenen Enden“, die sich einmal in der 7. Generation und an einigen Stellen in der 8. Generation des Stammbaums des Autors finden, seien kurz dargestellt: 

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Jürgen Kaack 14.01.2018, 15.21 | (0/0) Kommentare | TB | PL

"Anna Müller aus Braunschweig" - Lebensgeschichte über zwei Weltkriege und Chronik der Vorfahren

Mein neues Buch beschäftigt sich mit dem Leben und den Vorfahren meiner Großmutter Anni Müller, die drei Jahre vor meiner Geburt gestorben ist und nur durch die Erzählungen meiner Mutter für mich lebendig wurde. Sie hat in ihrem Leben viele Veränderungen erlebt.

Die Ehe ihrer Eltern war zerrüttet, ihr Mann Kapitän Charles Carstensen, hat lange Zeiten auf See verbracht und den ersten Weltkrieg über drei Jahre in Verdun erlebt. Nach dem Krieg musste Anni ihre beiden Töchter während der Abwesenheit ihres Mannes alleine erziehen. Mit dem Ende der Seefahrt ging auch der bescheidene Wohlstand zu Ende. Der zweite Weltkrieg brachte Entbehrungen und den Tod ihrer engen Verwandten in Hamburg während der Operation Gomorrha durch Brandbomben. Nach dem Krieg ging durch die Währungsreform das ersparte Vermögen verloren und der geplante Kauf eines eigenen Hauses wurde unmöglich.

Trotzdem war Anni eine lebensbejahende und positive Persönlichkeit, die die Familie zusammengehalten hat. Sie starb viel zu früh mit 54 Jahren.

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Jürgen Kaack 16.12.2017, 15.50 | (0/0) Kommentare | TB | PL